Einführung: Was ist CBD? 

Cannabidiol (CBD) ist ein nicht psychoaktiver Inhaltsstoff des Hanfs (Cannabis sativa). Im Gegensatz zu Tetrahydrocannabinol (THC) macht es weder high noch abhängig, sondern wirkt eher beruhigend und entkrampfend. Deshalb ist es in Deutschland und vielen anderen Ländern auch vollkommen legal und wird etwa in Form von Öl oder Dragees angeboten. Hier wollen wir uns mit CBD-haltigen Hautpflegeprodukten für Männer beschäftigen. 

Männerhaut: Besonderheiten und Pflege 

Generell lässt sich feststellen, dass sich der Markt für Körperpflegeprodukte für Männer in den letzten Jahrzehnten rasant vergrößert hat. Spezielle Pflegeprodukte für entsprechende Hauttypen sind heute überall erhältlich. Neben Klassikern wie Aftershave, Bodylotion oder Handcreme ist heute eine auf das Alter abgestimmte Hautpflege gefragt. Während ein Mann in jüngeren Jahren eher zu einer zu seinem Hauttyp passenden Pflege greift, sind mit zunehmendem Alter auch Anti-Falten-Cremes gefragt. 

Evolutionsbedingt gibt es eine ganze Reihe von Unterschieden zwischen der Haut von Männern und Frauen. Als für die Körperpflege wichtigster Unterschied gilt die Tatsache, dass Männerhaut größere und aktivere Talgdrüsen aufweist. Deshalb ist Männerhaut generell fettiger als die Haut von Frauen. Männerhaut enthält höhere Anteile von Kollagen und Elastin. Deshalb ist sie rund 20% dicker als Frauenhaut, außerdem setzt die sichtbare Hautalterung mit Faltenbildung später ein als bei Frauen. Deshalb sind die meisten Pflegeprodukte für Männer weniger fetthaltig, aber eher feuchtigkeitsspendend. Weitere allgemeine Hautpflegetipps gibt es übrigens auf lebenslanggesund.de

Wie wird CBD gewonnen und wie kommt es in den Körper? 

CBD wird mittels Extraktion (zum Beispiel mit Ethanol oder überkritischem Kohlendioxid, was zu einem sehr reinen Produkt führt) überwiegend aus den weiblichen Blüten besonders CBD-reicher und THCarmer Hanfsorten gewonnen; auch andere Pflanzenteile werden extrahiert, was ein sogenanntes Vollspektrum-Öl ergibt. Dieses enthält neben CBD noch weitere Cannabinoide und Terpene. CBD-Öl erhält man durch Lösen von reinem CBD (ein kristalliner Feststoff) in einem Pflanzenöl, idealerweise Hanfsamenöl. Dieses wirkt feuchtigkeitsspendend, lässt also auch gestresste Haut glatter aussehen. Der THC-Gehalt im CBD-Öl liegt bei unter 0,2%

Um das CBD bei Anwendung in Cremes oder Salben auch ins Zellinnere zu bringen, wo es seine Wirkung voll entfalten kann, verwendet man sogenannte liposomale Formulierungen. Vereinfacht gesagt ist ein Liposom ein mikroskopisch kleines Bläschen, das im Inneren eine Lösung des Wirkstoffs enthält. Die Hülle besteht aus einer Doppelschicht amphiphiler Moleküle. Das bedeutet, dass diese Moleküle, sogenannte Lipide wie zum Beispiel Fettsäuren, aus einem wasserlöslichen und einem fettlöslichen Teil bestehen. Diese besonderen Eigenschaften ermöglichen ihnen das Passieren der Zellmembran, wodurch auch der Wirkstoff CBD ins Zellinnere gelangt. 

Eigenschaften von CBD

CBD besitzt entzündungshemmende, krampflösende und antibakterielle Eigenschaften, die man sich bei Hautpflegeprodukten wie Cremes zu Nutze macht, aber auch in Arzneimitteln einsetzen kann. Außerdem wirkt es als Antioxidans. Neben der Linderung von Schmerzen bei entsprechenden Hauterkrankungen sind CBD-haltige Produkte selbstverständlich auch zur intensiven Hautpflege bei Gesunden hervorragend geeignet. Speziell im Winter, wenn die Haut nicht nur der Kälte, sondern auch trockener Heizungsluft ausgesetzt ist, ist eine intensiv rückfettende Creme das Pflegeprodukt der Wahl. 

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CBD: Anwendungsbeispiele und Wirkung 

Entsprechend des Wirkungsspektrums bieten sich CBD-haltige Hautpflegeprodukte insbesondere bei entzündeter, schuppiger und geröteter Haut an. Klassische Indikationen sind Akne und Schuppenflechte (Psoriasis). 

Akne ist die weltweit häufigste Hauterkrankung, je nach Quelle leiden 70 bis 95% aller Jugendlichen unter entsprechenden Hautveränderungen. Während in den meisten Fällen in der Pubertät eine Rückbildung erfolgt, sind immer noch 10% der Erwachsenen betroffen. Zur Pathogenese der Akne gehört eine verstärkte Aktivität der Talgdrüsen, die sich häufig entzünden und die bekannten Pusteln bilden. Da wie erwähnt Männerhaut testosteronbedingt mehr und größere Talgdrüsen aufweist, ist die Wahrscheinlichkeit, Akne zu entwickeln, höher als bei Frauen. Als Ursachen werden unter anderem Bakterien, komedogene (Bildung von Mitessern fördernde) Substanzen (etwa aus Kosmetika), Rauchen und Stress genannt. CBD greift hier an verschiedenen Stellen ein: Die antibakterielle Wirkung führt zum Rückgang der Entzündungen. Da CBD mit den körpereigenen Cannabinoid-Rezeptoren interagiert, kann es zahlreiche weitere Funktionen ausüben. Die Forschung ist auf diesem Gebiet noch längst nicht abgeschlossen, aber es gibt starke Hinweise, dass einer dieser Rezeptoren für die Modulation des Immunsystems nötig ist. Außerdem wird ein direkter Einfluss auf das Zentralnervensystem diskutiert. Dies erklärt die Beobachtung vieler Patienten, dass CBD-haltige Salben effektiv den Juckreiz lindern. 

Offenbar kann sich CBD auch positiv auf die Wundheilung auswirken. Als eindrucksvolles Beispiel aus der wissenschaftlichen Originalliteratur sei auf eine Studie an der Universität von Toronto, Kanada, von 2017 verwiesen. Die positiven Effekte auf Wundheilung und die schmerzstillende Wirkung konnte in einer großangelegten Versuchsreihe an 450 Patienten mit chronischen, nicht oder sehr schlecht heilenden Wunden belegt werden (Journal of Pain and Symptom Management, Vol. 54 (5), 732–736 (2017)). 

Mit zunehmendem Alter regeneriert auch Männerhaut immer langsamer. Zwar lässt sich der Alterungsprozess nicht stoppen, aber durch Antioxidantien zumindest verlangsamen. Die antioxidativen Eigenschaften von CBD können hier gewinnbringend eingesetzt werden. 

Was sind die Nebenwirkungen von CBD?

Wie jeder Wirkstoff besitzt auch CBD einige Nebenwirkungen. Zwar gelten Produkte auf der Basis von THC-armem Faserhanf als äußerst risikoarm, doch bei oraler Aufnahme kann es in seltenen Fällen zu leichter Schläfrigkeit und Verdauungsproblemen kommen. Diese Nebenwirkungen scheinen bei rein äußerer Anwendung keine Rolle zu spielen. 

Generell eignen sich CBD-haltige Cremes auch für sehr empfindliche und gereizte oder geschädigte Haut. Bei bekannter Überempfindlichkeit oder Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe ist selbstverständlich ein alternatives Pflegeprodukt angezeigt. 

Alternative CBD-Hautpflegeprodukte 

Als mögliche Alternativen kommen je nach Hauttyp normale Cremes und Bodylotions, wie sie in jeder Drogerie erhältlich sind, in Frage. Wer zu trockener Haut neigt, kann zu besonders feuchtigkeitsspendenden wie etwa Urea-haltigen Produkten greifen. 

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Bei leichten Hautreizungen, wie etwa nach dem Rasieren, sollte die Haut beruhigt werden. Hier bietet sich Süßholzwurzel-Extrakt an, das entzündungshemmend und reizlindernd wirkt. Vitamin C wirkt als Radikalfänger der Hautalterung entgegen und fördert darüber hinaus die Kollagenproduktion

Bei Hautkrankheiten wie Akne oder Psoriasis stehen je nach Schwere unterschiedliche Therapien zu Verfügung. Hier sollen nur kurz Alpha-Hydroxysäuren, Linolsäuren und Retinoide bei Akne erwähnt werden; in schweren Fällen bleiben oft nur verschreibungspflichtige Antibiotika. Bei Psoriasis wird häufig auf Harnstoff-haltige Salben und Cremes zurückgegriffen, sowie auf Wirkstoffe wie Salizylsäure, Dithranal oder Vitamin D-Derivate. In schweren Fällen können lokal Kortikoide angewendet werden.